UNIVERSITÄTSKLINIK FÜR NEUROLOGIE

  • Team Stereotaxie

Tiefe Hirnstimulation

Leitung

Prof. Dr. med. Jürgen Voges
(Leiter Stereotaktische Neurochirurgie)

Mitarbeiter

OA Dr. med. Lars Büntjen
Dr. Jörn Kaufmann (Dipl.-Phys.) 

Unser Behandlungsspektrum

Schwerpunkte der Klinik, die am Standort Magdeburg eng mit der Universitätsklinik für Neurologie kooperiert, sind die stereotaktische Gewebeentnahme zur Diagnostik unklarer zerebraler Befunde, die minimal-invasive Behandlung von Hirntumoren mittels stereotaktisch implantierter Strahlenquellen (Jod-125-Seeds) und nachfolgender Brachytherapie sowie die Behandlung neurologischer Erkrankungen durch Tiefe Hirnstimulation (THS, funktionelle Stereotaxie) oder peripherer Neurostimulation (rückenmarksnahe Stimulation oder direkte elektrische Nervenstimulation).

Die stereotaktischen Brachytherapie (SBT) bestrahlt nach intratumoraler Implantation geeignter Strahlenquellen Tumoren von innen d. h. über eine kurze Distanz bei gleichzietiger optimal Schonung des peritumoralen, normalen Hirngewebes. Die SBT ist eine minimal invasive und effektive lokale Behandlungsoption zur Therapie kleinerer Hirntumoren (Maximaldurchmesser 3-4 cm), die auf MRT-Bildern gut abgegrenzt sind und die aufgrund ihrer Lokalisation in einem funktionell kritischen Hirnareal (z. B. Hirnstamm, Thalamus oder Basalganglien) nicht oder nur mit großem Risiko neurochirurgisch entfernt werden können.
Die SBT wird deutschlandweit nur in wenigen, spezialisierten Zentren angeboten. Die klinische Effektivität der THS zur Behandlung von Bewegungsstörungen ist durch zahlreiche Studien gut dokumentiert und ist daher seit Jahren fester Bestandteil der Behandlung dieser Erkrankungen. Aufgrund neuerer Studiendaten ist die THS auch zur Behandlung therapierefraktärer Epilepsie oder schwerer Zwangserkrankung zugelassen. Insgesamt sind die Entwicklung und Etablierung der THS ein einzigartiges Beispiel für die gelebte Interdisziplinarität spezialisierter Teams aus Neurologie und Neurochirurgie bzw. Psychiatrie. Diesem Aspekt wird durch die in Magdeburg gewählte Organisationsform wesentlich Rechnung getragen. Die Stärken der THS sind in erster Linie ihre Reversibilität und ihre Adaptabilität, auch im Langzeitverlauf. Diese Eigenschaften sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass sowohl die Möglichkeiten der klinischen Anwendung erweitert werden konnten bzw. haben wesentlich zum Wissensgewinn beigetragen. Ohne die positiven THS-Aspekte wäre eine Behandlung neuropsychiatrischer Erkrankungen in neuen Zielpunkten wie z. B. dem Nucleus accumbens nicht realisierbar gewesen.
Hinter den teilweise auf höchstem Evidenzniveau belegten funktionellen Effekten der THS steht allerdings ein vergleichsweise schlechtes Verständnis der Mechanismen, die zu einer Symptombesserung führen. Ziel der Forschungsschwerpunkte der Klinik für Stereotaktische Neurochirurgie, im Rahmen derer eng mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie und den bereits etablierten neurowissenschaftlichen Forschergruppen am Standort Magdeburg zusammengearbeitet wird, ist neben der Untersuchung der Effizienz der THS bei verschiedenen neuropsychiatrischen Erkrankungen im Rahmen klinischer Studienprotokolle auch die weitergehende Analyse des Wirkmechanismus dieses Therapieverfahrens.

 

Kontakt

Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Leiter Prof. Dr. med. Jürgen Voges
Otto-von-Guericke-Universität
Universitätsklinik für Neurologie
und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg, Deutschland
Tel:
+49 0391-67-14487
Fax: +49 0391-67-14474
Email senden

Dr. med. Lars Büntjen, Oberarzt
Otto-von-Guericke Universität
Universitätsklinik für Neurologie
und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg, Deutschland
Tel.:
+49 0391-67-14487
Fax: +49 0391-67-14474
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Dr. med. Imke Galazky, Oberärztin
Otto-von-Guericke-Universität
Universitätsklinik für Neurologie
und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg, Deutschland
Tel:
+49 0391-67-13484
Fax: +49 0391-67-290331
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Kooperationen

  • Universitätsklinik für Neurologie
  • Leibniz-Institut für Neurobiologie
  • Epilepsiezentrum Berlin-Brandenburg
  • Epilepsiezentrum KKH Bochum-Langendreer

Ausgewählte Publikationen

Stenner MP, Rutledge RB, Zaehle T, Schmitt FC, Kopitzki K, Kowski AB, Voges J, Heinze HJ, Dolan RJ. No unified reward prediction error in local field potentials from the human nucleus accumbens: evidence from epilepsy patients. J Neurophysiol. 2015 May 27:jn.00260.2015. doi: 10.1152/jn.00260.2015. PubMed PMID: 26019312.

Sweeney-Reed CM, Zaehle T, Voges J, Schmitt FC, Buentjen L, Kopitzki K, Hinrichs H, Heinze HJ, Rugg MD, Knight RT, Richardson-Klavehn A. Thalamic theta phase alignment predicts human memory formation and anterior thalamic cross-frequency coupling. Elife. 2015 May 20;4. doi: 10.7554/eLife.07578. PubMed PMID: 25993559.

Kowski AB, Voges J, Heinze HJ, Oltmanns F, Holtkamp M, Schmitt FC. Nucleus accumbens stimulation in partial epilepsy - A randomized controlled case series. Epilepsia. 2015 May 4. doi: 10.1111/epi.12999. PubMed PMID: 25940212.

Wagenbreth C, Zaehle T, Galazky I, Voges J, Guitart-Masip M, Heinze HJ, Düzel E. Deep brain stimulation of the subthalamic nucleus modulates reward processing and action selection in Parkinson patients. J Neurol. 2015 May 1. PubMed PMID: 25929662.

Letzte Änderung: 19.10.2018 - Ansprechpartner:

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