Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Neurologie
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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Neuroprothetik nach Schlaganfall / funktionelle elektrische Stimulation

Leitung

OA Dr. med. Lars Büntjen

Mitarbeiter

Janet Hausmann (Ass.-Ärztin)

Thema

Der Schlaganfall ist in Deutschland die häufigste Ursache für eine mittelschwere bis schwere körperliche Behinderung. Ursachlich sind Hirnfarkten und intrazerebrale Blutungen.
Ein Teil dieser Patienten leidet unter einem Fallfuß (Fußheberparese). Wenn diese Patienten noch ausreichend mobil sind und der Fallfuß die wesentliche Behinderung darstellt, kann eine Neuroprothese eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten.  Viele Patienten mit diesem Krankheitsbild sind mit einer Peronaeusschiene versorgt, leiden jedoch unter Druckstellen und Kontaktallergien oder sind mit dem therapeutischen Resultat nicht zufrieden.
Das System zur Stimulation des N. peronaeus wurde speziell für diese Anwendung entwickelt und war leider nur für wenige Jahre verfügbar. 
Diese Operation kann trotz des beachtlichen klinischen Erfolges bei weltweit über 500 Patienten, davon über 45 in unserer Klinik, nicht länger angeboten werden, da der Hersteller sich entschieden hat, das Produkt aus wirtschaftlichen Gründen mit Beendigung des Jahres 2016 vom Markt zu nehmen. Alternativ zu einem Implantat besteht für viele Patienten die Möglichkeit, mittels der Oberflächenstimulation eine zumindest befriedigende Besserung ihres Gangbildes zu erreichen. Ob ein Patient von dem Einsatz einer Oberflächenstimulation profitiert, kann in einer ambulanten Vorstellung geprüft werden.

Der stimulierte Nerv ist ein sogenannter gemischter Nerv, d.h. er besteht aus sensiblen und motorischen Anteilen. Für die Auslösung der Fußhebung ist die selektive Stimulation motorischer Anteile erwünscht. Da nur im Implantat mit der Cuffelektrode einzeln ansteuerbare Kanäle untergebracht sind, kann man solch optimierte Einstellungen mit einer Oberflächenstimulation nicht immer realisiseren.
Im weiteren Verlauf lernt der Patient den Umgang mit der Prothese und ihrer Bedienung über den Fersenschalter. Das Gehen wird vor allem sicherer. Das klassische Gangbild eines Patienten mit Schlaganfall mit Fußaußenrotation und enormer Aufmerksamkeitsleistung zur Vermeidung von Stürzen wird abgelöst durch die über den Fersenschalter ausgelöste Fußhebung. Der Anwender integriert im Laufe der Zeit die funktionelle Prothetik in sein Körperschema.

Neuroprotethik_1
  Abb.1: Neuroprothese zur Stimulation des N. peronaeus bei zentralem "Fallfuß"

Lesen Sie hier einen Bericht der Volksstimme Magdeburg über die erfolgreiche Implantation einer Neuroprothese.

Patient ohne und mit eingeschalteter Neuroprothese in der Polygon Ganganalyse (unterschiedliche Perspektiven):

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Kontakt

Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Leiter Prof. Dr. med. Jürgen Voges
Otto-von-Guericke-Universität
Universitätsklinik für Neurologie
und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg, Deutschland
Tel.: +49 0391-67-14487
Fax: +49 0391-67-14474
Email senden

Dr. med. Lars Büntjen, Oberarzt
Otto-von-Guericke Universität
Universitätsklinik für Neurologie
und Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
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39120 Magdeburg, Deutschland
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Fax: +49 0391-67-14474
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Janet Hausmann, Ass.-Ärztin
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Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg, Deutschland
Tel.: +49 0391-67-13484
Fax: +49 0391-67-290331

Webseite: Universitätsklinik für Stereotaktische Neurochirurgie

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Letzte Änderung: 13.03.2018 - Ansprechpartner: Webmaster